Heimberg-Steffisburg BE, Desa, Kunsttöpferei (1916-1952)

Werbeanzeige 1922 (Stadtarchiv Thun).

Andreas Heege, Andreas Kistler 2020

Keramik der Desa in CERAMICA CH

Der Firmenname Desa (oder DESA) leitet sich vom Namen der Bieler Kaufmannsfamilie Desalmand ab. Die Firma Desa bestand von 1916 bis 1952 in Steffisburg, Bernstrasse 167. Sie war neben den Nachfolgern der Manufaktur von Johannes Wanzenried (Loder/Schweizer und Adolf Schweizer) einer der wichtigsten Keramikbetriebe in der Region Heimberg-Steffisburg. Die Produktpalette der Firma ist bis heute nicht umfassender bearbeitet.

Am 11. Mai 1915 starb in der Töpferei Steffisburg, Alte Bernstrasse 167, der Steffisburger Hafner Karl Loder-Eyer (1871–1915). Da er kinderlos war, hatte er bereits am 22.12.1911 seine drei Neffen Emil Hermann Loder (1890–1971), Ernst Robert Loder (1891–1969) und Walter Loder (1882–1930) zu Erben seines Betriebes und einer weiteren Liegenschaft an der Alten Bernstrasse 171 eingesetzt (siehe Stammbaum Loder). Walter Loder war 1911 als Knecht bzw. Landarbeiter bei ihm beschäftigt, Emil Loder als Keramikmaler und Robert Loder arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Hafner in Wimmis (Archiv M. Loder, Ebikon). Das am 20. Mai eröffnete Testament wurde am 20. November 1915, als dagegen keine Einsprachen erhoben worden waren, von Seiten des Gemeinderates in Steffisburg für gültig erklärt (Archiv M. Loder, Ebikon). Bereits am 12. November 1915 hatten sich die Erben mit der Witwe Anna Loder-Eyer vertraglich darauf geeinigt, ihr den gesamten Besitz käuflich abzutreten und sich die resultierenden Vermögensteile in der definitiven Erbteilung auszahlen zu lassen (GB ThunBel. I 2880, 2881). Am 28. Dezember 1915 wurde die Löschung der Firma «Kunsttöpferei Karl Loder-Eyer» im Schweizerischen Handelsamtsblatt gemeldet (SHAB 33, 1915, 1763). Nach erfolgtem Verkauf der Töpferei (GB Thun Bel. I, 4118) wurde schliesslich am 18. Januar 1916, die Firma «Kunsttöpferei Steffisburg vormals Karl Loder-Eyer – Poterie artistique de Steffisbourg, ci-devant Loder-Eyer» als neue Genossenschaft im Handelsamtsblatt bekannt gemacht (SHAB 34, 1916, 91). Als Genossenschaftszweck wurde angegeben: «…die Erhaltung und Förderung der einheimischen Kunsttöpferei…» u.a. durch «…a. Uebernahme und Fortführung des von Karl Loder-Eyer sel. bei Lebzeiten betriebenen Töpfereigeschäftes in Steffisburg-Station; b. Fabrikation und Vertrieb von Töpferwaren aller Art, namentlich von sogen. Heimberger-Majolika…». Die Statuten der Genossenschaft waren bereits am 13. September 1915 aufgesetzt worden. Genossenschafter konnte werden, wer Anteilscheine in Höhe von 500 Franken erwarb. Die Organe der Genossenschaft waren die Hauptversammlung, ein aus drei bis fünf Mitgliedern bestehender, auf drei Jahre gewählter Vorstand und eine Kontrollstelle. Der Gründungsvorstand war folgendermassen zusammengesetzt: «Oskar Christener von Bowil und Zäziwil, Kaufmann in Bern, Präsident; Gustav Speckert, von Full (Kt. Aargau), Kaufmann in Biel, Vizepräsident; Werner Schüpbach, Gemeindepräsident, von und in Steffisburg, Sekretär; Emil Desalmand, von Genf, Kaufmann in Biel; Georg Sibler von Zürich, Kaufmann in Zürich. Das Geschäftslokal befand sich in der Bernstrasse in Steffisburg-Station». Die Gründung der Firma wurde etwa zeitgleich auch im Oberländer Tagblatt (Jahrg. 40, No. 17, 21. Januar 1916), im Geschäftsblatt für den oberen Teil des Kantons (Jahrg. 63, No. 10, 24. Januar 1916), in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ 20.1.1916) und in der Keramischen Rundschau (Jahrg. 24, No. 5, 1916, 32) gemeldet.

Aufgrund vorstehender Informationen können wir also wohl davon ausgehen, dass die Töpferei von Karl Loder-Eyer fortgeführt wurde. Erster technischer Leiter wurde der gerade frisch in der Keramikfachschule Bern ausgebildete Adolf Schweizer (1893-1967, siehe Nachruf Schweizer im Thuner Tagblatt 91, Nummer 288 vom 8. Dezember 1967). Wer allerdings die neuen Dekore entwarf, wer als Dreher oder Keramikmalerin dort arbeitete, ist unklar. Ungewiss ist auch, welche Fabrikmarke man am Anfang verwendete. Das genaue Produktionsspektrum ist unbekannt, doch enthalten grössere Museums- oder Privatsammlungen wie z. B. das Schlossmuseum Thun, fast ausschliesslich bernische „Jugenstil-Keramik“, die sich stilistisch problemlos an die vorhergehenden Produkte von Karl Loder-Eyer anschliessen lassen. Vermutlich wurden also die bisherigen Keramikmalerinnen/Ausmacherinnen weiterbeschäftigt.

Die nächste überlieferte Nachricht zur Firma stammt aus dem Jahr 1918. Damals berichtete das Oberländer Tagblatt (42, No. 102, 3. Mai. 1918), dass die Kunsttöpferei Steffisburg als Oberländer Firma erfolgreich an der ersten Schweizerischen Mustermesse in Basel (MUBA) ausgestellt habe. Bis 1941 sollte die Firma  quasi jedes Jahr auf der Mustermesse vertreten sein (1936-1937 nicht, siehe offizeller Katalog der MUBA) und wurde dafür (nicht ganz korrekt) bei der 25. Teilnahme 1941 ausdrücklich mit einer Gratulationsanzeige im Schweizerischen Handelsamtsblatt gewürdigt (28. April 1941, SHAB 59, No. 98, 824).

Ein entscheidender organisatorischer Schritt war die Bestellung des Artillerie-Offiziers Joseph Desalmand (1894–1980, Gratulation zum 80. Geburtstag, Thuner Tagblatt 98, No. 221, 21. September 1974; Nachruf Thuner Tagblatt 104, No. 220, 19. September 1980) als Geschäftsführer der Genossenschaft mit Einzelprokura am 19. November 1919 (SHAB 37, No. 267, 1954).

Im Oktober 1921 gab es eine Fotoreportage in der Schweizer Illustrierten Zeitung (Bericht im Oberländer Tagblatt 45, No. 249, 24.10.1921), die uns einen Eindruck von der Werkstatt und der Produktion dieses Jahres vermittelt. Neben floralem Jugendstil wurde das ältere Chrutmuster aus der Zeit der Thuner Majolika immer noch gefertigt.

Schweizer Illustrierte Zeitung 1921, Bilder aus der Kunsttöpferei Steffisburg, Desa.

Im Mai 1922 sucht die Kunsttöpferei Steffisburg eine «flinke Frau» für die Giesserei (Oberländer Tagblatt 46, No. 111, 13.5.1922), die offenbar gegenüber der scheibengedrehten Ware an Bedeutung gewann. Eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1922 im Katalog zur «Handwerk, Gewerbe- und Industrieausstellung Thun und Umgebung 29. Juli bis 13. August 1922 (Original Stadtbibliothek Thun) nennt als Firmenzweck «Fabrikation von Kunsttöpferwaren aller Art, Vasen, Cachepots, Jardinières etc.» und zeigt eine hübsch dekorierte Vase im stilistischen Übergang zum stärker geometrischen Art Deco. 1924 war die Kunsttöpferei Steffisburg zusammen mit der Töpferei Wächter-Reusser, Feldmeilen, Bodmer&Cie aus Zürich (Keramikerinnen Luise Strasser und Bertha Tappolet), sowie Meister&Co. aus Dübendorf an einer Keramikausstellung des Kunstgewerbemuseums in Zürich vertreten (NZZ 27.7.1924).

Am 31. Dezember 1926 revidierte die Hauptversammlung die Statuten der Genossenschaft und änderte die Besitzverhältnisse grundlegend (SHAB 45, No. 222, 1693, 21.9.1927). Der Name wurde abgeändert in «Kunsttöpferei Desa Steffisburg-Station, vormals Loder-Eyer (Poterie artistique Desa Steffisbourg-Gare, ci-devant Loder-Eyer)». Die Genossenschaft bezweckte «…die Ausübung jeder geschäftlichen und künstlerischen Tätigkeit, die mit der Kunsttöpferei in Zusammenhang steht… Die Genossenschaft bestellt einen Direktor der zugleich Präsident des Vorstandes sein kann. Der Direktor ist allein zeichnungsberechtigt für die Genossenschaft». Der neue Direktor/Präsident wurde der alte Geschäftsführer Joseph Desalmand. Die alten Vorstandsmitglieder Christener, Speckert, Schüpbach, Desalmand und Sibler schieden aus. Als Vizepräsident und Sekretärin wurden gewählt Léon Desalmand, Kaufmann in Biel-Mett (10.7.1899-22.4.1967, Bieler Stadtratspräsident 1946/1947, Gemeinderat CSP) und Cécile Desalmand aus Biel-Mett. Die Firma war damit offenbar fest in der Hand der Familie Desalmand. Das «Offizielle Adressbuch der Stadt Thun und Umgebung» (1927, 258) dokumentierte die Namensänderung mit einer entsprechenden Werbeanzeige.

1926 und 1927 legte die DESA wohl zum ersten Mal eine Serie künstlerisch gestalteter Weihnachtsteller auf. Den Teller des Jahres 1926 gestaltete die Keramikerin Hanny Krebs Nencki (1903–1986), den Teller des Jahres 1927 der Künstler Edmond Bille (1878–1959) aus Siders. Ob diese Serie ein Erfolg wurde und eine Fortsetzung fand, ist ungeklärt. Originale haben bislang nicht vorgelegen.

1928 war die DESA neben Adolf Schweizer aus Steffisburg, der zu diesem Zeitpunkt seit vier Jahren die alte Manufaktur Wanzenried allein weiterführte, an der MUBA mit einem eigenen Stand vertreten (Oberländer Tagblatt 52, No. 92, 30. April 1928). An einer Ausstellung zur «Schweizer-Woche»  (Werbeaktion für Schweizer Arbeit, seit 1917; ) im Freienhof in Thun beteiligte sich die DESA 1929 ebenfalls (Oberländer Tagblatt 53, No. 252, 28.10.1929).

In der Jubiläumsschrift «25 Jahre Keramische Fachschule Bern» (Haller 1930) warb die «Kunsttöpferei J. Desalmand Steffisburg» für Blumenvasen aller Art. 1932 wurde von der DESA ein Wasserverdunstungsgefäss unter Nr. 50182 patentiert (SHAB 50, No. 274, 2724).

Am 10. Februar 1933 wurde die Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft «Kunsttöpferei Desa Aktiengesellschaft – Poterie artistique Desa Société anonyme» umgewandelt und die Aktiven und Passiven übernommen. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug Fr. 200.000 in Form von 400 Namensaktien je Fr. 500. Es wurde ein Vorstand eingesetzt, zu dem auch Emil Desalmand aus Biel gehörte. Direktor und Geschäftsführer blieb Joseph Desalmand (SHAB 51, No. 93, 972-973). Die alte Genossenschaft wurde aufgelöst (SHAB 53, No. 226, 2406). Am 30. November 1935 wurde das Firmenkapital auf Fr. 112.000 reduziert (SHAB 54, No. 13, 126).

Joseph Desalmand war als Artillerie-Offizier Mitglied der Thuner Offiziersgesellschaft. Daher verwundert es nicht, dass die Offiziersgesellschaft der Stadt Bern zum Eidgenössischen Schützenfest in Freiburg 1934 vier «Desa-Vasen» für die besten Schützen spendete (Die Berner Woche 1934, No. 29, 467).

Vom 25. Juli bis 9. August 1936 fand die «Steffa 1936» (Steffisburger Ausstellung für Gewerbe, Handel und Industrie) statt. Am letzten Tag der Ausstellung berichtete das Oberländer Tagblatt (Jahrg. 60, No. 179, 3. August 1936): «Alle Besucher erwarten sicher einen bedeutenden Aufmarsch der Töpfereien; sie kommen gut auf ihre Rechnung. Wenn auch nicht alle Betriebe sich an der „Steffa“ beteiligen, so doch drei, nämlich die Kunsttöpferei Desa AG., Kunstkeramik Ad. Schweizer u. Rob. Hänni. Was diese Stände bieten, erfreut und beglückt; jeder trägt eine besondere eigene Note, an einem Orte tiefe, satte Farben, als guckte man in den unerhört tiefen Winterhimmel bei strahlender Mittagssonne, am zweiten Orte mehr der künstlerische Gedanke in Form und Farbgebung und endlich am dritten das moderne neue Steingut, anlehnend an die Erzeugnisse älterer Zeiten. Jedenfalls hat unsre einheimische Töpferei viel gelernt von der Konkurrenz; man war gezwungen, eigene Wege zu suchen und zu gehen und hat so grosse Fortschritte erzielt. Wir wollen hoffen, dass die Geschirre recht viel Liebhaber finden werden».

Die dekorierte Thuner Reithalle 1937, Foto Archiv Stiftung Schloss Thun.

Hauptmann Joseph Desalmand stellte 1937 seine Mitarbeiter zur Verfügung, um die Wände der grossen Thuner Reitbahn mit reiterlichen und militärischen Wandbildern zu schmücken (Oberländer Tagblatt 61, No. 256, 2. November 1937; auch Henri Habegger, Die Fresken in der Reitbahn der Alten Pferderegie Thun und der „Besuch der alten Dame“, Info-Bulletin VSAM – Verein Schweizer Armeemuseum Nr. 1/ 11, 15-17 ). Als Muster dienten eigene, eigentlich für keramische Wandteller gedachte Entwürfe nach Vorlagen aus der Sammlung Adolf Pochon (seit 1931 in der Schweizerischen Nationalbibliothek – A. Pochon/ A. Zesiger: Schweizer Militär vom Jahr 1700 bis auf die Neuzeit, Bern 1906) und des österreichischen Pferdemalers Ludwig Koch (1866–1934). Nach der Fertigstellung der Fresken wurden auch identisch dekorierte Keramiken 1937 bei der Witwe J.R. Bähler in Thun an der Hauptgasse ausgestellt und als Erinnerungsstücke verkauft (Oberländer Tagblatt 61, No. 256, 2.11.1937).

Ein Bericht der Berner Woche aus dem Jahr 1938 (Jahrg. 28, No. 53, 1938, 1378-1383) wurde von Walter Schweizer mit Arbeitsbildern aus der DESA illustriert. Die Bilder zeigen, dass die DESA ein moderner Keramikhersteller war.

Die Desa in der „Berner Woche“ von 1938 (Fotos Walter Schweizer). Der Plastiker ist „Mädi“ Zünd, der zeitweise auch für die Kunstkeramik A.G. Luzern arbeitete.

In der Firma wurde Keramik gedreht, eingedreht, gegossen und frei modelliert, Engoben und Glasuren wurden auch mit der Spritzpistole aufgetragen.

Für das Dekorieren waren Keramikmalerinnen zuständig, wie wir in einem zeitgleichen Prospekt über die Keramik in der Schweiz sehen können (NN, Quelques industries d’art en Suisse, Lausanne : M. Steiger & Co., ohne Jahr, 13).

Einen noch besseren Eindruck vermittelt eine Bildreportage, die im Juni 1943 in einem Sonderheft der Berner Woche mit dem Titel «Thun und seine industrielle Entwicklung» veröffentlicht wurde.

1944 war die DESA der Hersteller für 400.000 «Beckeli» für die Sammelaktion zugunsten des Kinderhilfswerks des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Bericht über die Rotkreuz-Aktion im Oberländer Tagblatt 68, No. 38; 15.2.1944.

Sammelbüchsen aus der Produktion der Desa (Foto Bundesarchiv Bern_csm_5.8.18_a22b99a7fe).

Ab 1944 wurde die Not in den kriegsversehrten Ländern immer grösser. Deshalb wollte die SRK-Kinderhilfe ihr Engagement im Ausland ausweiten. Um den zunehmenden Finanzbedarf zu decken, musste sich das SRK eine neue ständige Finanzierungsquelle erschliessen. So entstand die «Beckeli-Aktion» der Kinderhilfe: Ab 1944 wurden auf der Strasse Milchbeckeli aus Keramik verkauft, die als Sparbüchsen dienten. Mit Spenden gefüllt wurden diese Beckeli anschliessend von Kindern zu den Sammelstellen der Kinderhilfe zurückgebracht.

Fotos Bundesarchiv Bern_csm_5.8.26_754_a2f324ee1f und Bundesarchiv Bern_csm_5.8.23_43bf029285.

Das Öffnen der Sparbüchsen, die mit einem Hammer zerschlagen wurden, war jeweils Anlass für ein Volksfest, bei dem die Kinder im Mittelpunkt standen. Sowohl in den Städten als auch auf dem Land war die «Beckeli-Aktion» auf Anhieb ein Erfolg. Bis Ende 1944 wurden mit den 469’935 verkauften Beckeli Einnahmen in Höhe von 740’436 Franken erzielt .

Aus Anlass der Aktion wurden wichtige Pressevertreter der Schweiz nach Steffisburg eingeladen und erhielten eine Fabrikführung. Joseph Desalmand hielt einen Vortrag über die alte Keramik in Heimberg und Langnau und ihre Entwicklung, die Keramikfachlehrer Geiser aus Bern mit Lichtbildern illustrierte (Oberländer Tagblatt Jahrgang 68, No. 38, 15. Februar 1944; NZZ, 14. Februar 1944).

Stellenangebote 1945 und 1946.

Die starke Binnenkonjunktur in den letzten Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit spiegelt sich auch in den Anzeigen, vor allem im Oberländer Tagblatt, mit denen die DESA 1944 bis 1946 Arbeiterinnen oder Heimarbeiterinnen suchte (z.B. Oberländer Tagblatt Jahrg. 68, No. 304, 27.12.1944; Oberländer Tagblatt Jahrg. 70, No. 235, 8.10.1946). Am 29. März 1947 brannte eine Teil des Ofenhauses der Keramikfabrik, jedoch kamen die Elektroöfen nicht zu Schaden (Oberländer Tagblatt Jahrg. 71, No. 74).

Die Nachkriegskonjunktur reichte für die DESA jedoch offenbar nur bis in die späten 1940er-Jahre. Warum der Firma keinen wirtschaftlichen Erfolg mehr hatte (verpasste Form- und Musteranpassungen, zu geringe Kapitaldecke für technische Modernisierungen oder unzureichende Baulichkeiten/Grundstücksgrösse?) bleibt unklar. Im November 1950 wurde der Verwaltungsrat der Firma umgebildet. Er bestand nun nur noch aus Mitgliedern der Familie Desalmand (Emil, Léon und Joseph), wobei der damals 56jährige Joseph Desalmand Verwaltungsratspräsident und Direktor blieb (SHAB 68, No. 278, 3035 und SHAB 69, No. 45, 470). 1951 waren die Schulden jedoch so hoch, dass die NZZ (28.11.1951) über eine Nachlassstundung für die DESA berichtete. Das Ziel, auf diesem Wege den Konkurs abzuwenden, wurde jedoch offenbar nicht erreicht, denn mit Urteil vom 19. Juni 1952 wurde vom Konkursrichter in Thun über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet (SHAB 70, No. 145, 1606) und bis zum September 1952 ein Kollokationsplan erstellt (SHAB 70, No. 209, 2222). Nach einer Versteigerung der beiden zur Firma gehörigen Grundstücke und Baulichkeiten (Steffisburg, Bernstrasse 167, Grundstücksnummer 629 und 628) am 8. Dezember 1952 (SHAB 70, No. 263, 2735) wurde das Konkursverfahren offiziell am 1.12.1953 beendet (SHAB 71, No. 284, 2950). Die Liegenschaft musste im Rahmen der Zwangsversteigerung von der Gemeinde Steffisburg übernommen werden, die sie 1954 schliesslich mit einem Verlust an eine Schlosserei aus Thun weiterverkaufte (Oberländer Tagblatt 78, No. 241, 15. Oktober 1954).

Das keramische Produktionsspektrum der DESA ist bis heute nicht aufgearbeitet. In den 1930er-Jahren produzierte die Desa wie alle grösseren Keramikbetriebe der Schweiz immer wieder grössere Mengen an Vereins- und Jubiläumskeramik.

Kleinere Objektmengen und wenige, bislang nicht ausgewertete Archivalien befinden sich in der Stiftung Schlossmuseum Thun, andere im Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich (z.B. SNM LM-76758; LM-79033; LM-79034; LM-79557; LM-79583; LM-79584; LM-83670; LM-149604; LM-149605; LM-149606; LM-166405) bzw. im Kunsthandel.