Kantonsarchäologie Solothurn (KASO)

Kantonsarchäologie Solothurn (KASO)
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Kantonsarchäologie Solothurn in CERAMICA CH

Roland Blaettler 2019

Die Kantonsarchäologie Solothurn verfügt wie alle vergleichbaren archäologischen Dienste der Schweiz über ein grosses Lager an Funden von keramischen Scherben auch neuerer Zeit aus vielen, seit Jahrzehnten unternommenen Grabungen. Sie sind meistens noch nicht vollständig aufgearbeitet. Für uns haben wir einige besser erhaltene Stücke herausgegriffen, die wohl lokale Erzeugnisse aus dem 16./17. Jahrhundert sind (KASO 115/185/107.1; KASO 115/185/105; KASO 115/185/108.5 und 6; KASO 115/185/109.1; KASO 115/161/277.6; KASO 115/161/277.1; KASO 115/161/277.2; KASO 115/161/277.3; KASO 115/161/277.4; KASO 115/161/277.5). Darunter befinden sich, nebst einer Fülle von Scherben, eine Reihe von relativ gut erhaltenen bzw. rekonstruierten Gefässen, die aus zwei Grabungen stammen: Gerberngasse 3 (1986) und Hauptgasse 7 (1988). Die erste Ausgrabungsstätte lieferte einen Zugang zu einem Teil der 325–330 gebauten Castrumsmauer. An mittelalterlich-neuzeitlichen Befunden sind u. a. mehrere Sickergruben zu erwähnen. An der Hauptgasse 7 kamen mehrere spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Fäkalien- und Abfallgruben zum Vorschein. Neben vereinzelten römerzeitlichen Scherben wurden hier auch Überreste von mittelalterlicher Haushalt- und Ofenkeramik zu Tage gefördert (Spycher 1989 – Dokumentation Andrea Nold, Kantonsarchäologie Solothurn). Da in beiden Fällen der aufgefundene Kontext keine ausschlaggebenden Informationen liefert, können die Objekte nur auf der Basis von stilistisch-technischen Indizien datiert werden.

Bibliographie

Blaettler/Schnyder 2014
Roland Blaettler/Rudolf Schnyder, CERAMICA CH II: Solothurn (Nationales Inventar der Keramik in den öffentlichen Sammlungen der Schweiz, 1500-1950), Sulgen 2014, 40, 46.

Spycher 1989
Hanspeter Spycher, Solothurn/Hauptgasse 7. Archäologie im Kanton Solothurn, 1989, 144–145.