Musterbuch (Fotoalbum) Karl Loder-Eyer, um 1914

Andreas Heege, 2026

Wir können uns von der von Karl Loder-Eyer produzierten Keramik aufgrund von elf nummerierten und einer nicht nummerierten Fototafeln einen Eindruck verschaffen. Diese befinden sich im Archiv der Kunstkeramik Luzern, wohin sie zu einem unbekannten Zeitpunkt durch Emil Loder, den Vetter von Karl Loder-Eyer, gekommen sein dürften (heute im Staatsarchiv Luzern). Eine weitere, fast vollständige Serie befindet sich heute in der Stiftung Schloss Thun (SST-14944.67). Sie stammt aus dem Besitz von Hans Schweizer, Steffisburg, dem Sohn des vorletzten Besitzers der früheren Manufaktur Wanzenried, Adolf Schweizer. Die Serie kam aus dem Nachlass von Bruno Hirschi, Oberhofen ins Museum. Weitere Einzeltafeln besitzt das Museum zur Alten Töpferei Heimberg (ZATH-1066.2 bis ZATH-1066.8). Diese kamen via Rolf Mösching, Uetendorf, einem Lehrling von Adolf Schweizer ins Museum.

Die Fotos sind vermutlich nicht alle zum selben Zeitpunkt nach 1900 entstanden. Jedoch trägt die Formnummer 134 erkennbar die Datierung 1914 und einzelne Keramiken (Form 126, 151, 201 und 213) entsprechen den ausgestellten Stücken von der Landesausstellung in Bern. Klassische Thuner Majolika und „Chrutmuster“ stehen neben Dekoren, die an Nora Gross erinnern, hellblau glasierte Reiseandenken mit schweizerischen Landschaftsszenen und klassischen Ansichten von Tourismus-„Hot-Spots“ (Thun, Schloss Chillon, Genfer See)  sowie Wintersportlern, kontrastieren mit Entwürfen von Paul Wyss, Keramik im Stil „Alt-Langnau“ und Jugendstilmotiven, wie sie Karl Loder schon um 1907/1908 produzierte. Von der hellblauen Geschirrserie verwahrt die Stiftung Schloss Thun ein inschriftlich 1914 datiertes und mit S.L.A.B. (Schweizerische Landes-Ausstellung Bern) beschriftetes Exemplar. Die Serie ist aber wohl älteren Datums, da die Form 35 bereits 1908 zum ersten Mal in einem Foto publiziert wurde und sich in Privatbesitz ein Stück fand, das die Marke des Musée céramique unter G. Beutter trägt, also zwischen 1905 und 1907 entstanden sein muss. Zumindest für einen Teil dieser Serie kann wegen der Signatur „AS“ (z.B. bei Nr. 16 und 24) als gesichert gelten, dass sie von Cäsar Adolf Schmalz (1887–1966) bemalt wurde.

Das vorstehende unbeschriftete Foto kann Karl Loder-Eyer nur unsicher zugeordnet werden.