Heimberg BE, Schmalz, Cäsar Adolf (1887–1966)

Keramik von Cäsar Adolf Schmalz in CERAMICA CH

Roland Blaettler 2019

Cäsar Adolf Schmalz (1887, Stalden-Konolfingen – 1966, Heimberg) absolvierte zunächst eine Ausbildung als Zeichner am Berner Kantonalen Gewerbemuseum. Dank einem Staatsstipendium fuhr er nach Spanien, wo er im Prado studierte und für eine Porzellanmanufaktur Tier-und Stierkämpfer-Figuren modellierte. Nach einem Jahresaufenthalt in Paris kehrte er in die Heimat zurück. In Heimberg kaufte er das «Rebeli», wo er ein Atelier einrichtete und seine keramische Ausbildung offenbar als Autodidakt nebst seiner Tätigkeit als Kleinbauer weiterführte. Im Jahre 1930 wurde er von der École suisse de céramique in Chavannes-Renens als Lehrer angestellt, welche Stelle er aber nur zwei Jahre lang innehatte. Private und öffentliche Aufträge erlaubten es ihm, sein Werk in mehreren Richtungen zu entwickeln: Bildhauerei, keramische Plastik und Wandschmuck, Malerei und Mosaikarbeiten (Messerli 2017, 73–79; Marti/Straubhaar 2017,9).

Zu seinen frühen keramischen Arbeiten zählen u. a. Wappenteller, Vasen, Schalen, historische oder satirische Gruppen und Figuren.

Das Regionalmuseum in Langnau bewahrt mehrere Figuren von Schmalz auf, darunter zwei Bildnisse von Schultheiss Niklaus Friedrich von Steiger bei der Schlacht am Grauholz und den bedeutenden Alpendoktor Michael Schüppach, HMO 8342, BHzD 482, auch Marti/Straubhaar 2017, 109–111). Schmalz hatte eine offenbare Vorliebe für meistens humorvolle Darstellungen volkstümlicher Typen aus seiner ländlichen Heimat.

Eine im Historischen Museum Olten entdeckte Gruppe (HMO 7179) bezeugt, dass Schmalz in diesem frühen Abschnitt seiner Karriere auch für die Porzellanfabrik Langenthal gearbeitet hat. Neben dieser farbenfrohen und heiteren Produktion pflegte Schmalz mit der Zeit auch eine mehr akademische und modernistische Art der keramischen Plastik, mit monochromen Figu­ren, die von mehr allgemeinem Charakter waren (Amstutz 1931, Abb. S. 53–54 und 57; F. A. 1966 – Nachruf im Bund).

Eine Internetseite präsentiert das vielfältige künstlerische Wirken von Cäsar Adolf Schmalz.

Bibliographie

Amstutz 1931
Ulrich Amstutz, Der Plastiker Adolf Schmalz in Heimberg bei Thun, in: Historischer Kalender oder der Hinkende Bot 204, Bern 1931.

Blaettler/Schnyder 2014
Roland Blaettler/Rudolf Schnyder, CERAMICA CH II: Solothurn (Nationales Inventar der Keramik in den öffentlichen Sammlungen der Schweiz, 1500-1950), Sulgen 2014, 368.

FA 1966
FA, † Cäsar Adolf Schmalz. Der Bund, Abendausgabe 468, 30.11.1966, 4.

Marti/Straubhaar 2017
Erich Marti/Beat Straubhaar, C.A. Schmalz 1887-1966. Leben und Werk mit Pinsel, Stift und Lehm, Heimberg 2017.

Messerli 2017
Christoph Messerli, 100 Jahre Berner Keramik von der Thuner Majolika bis zum künstlerischen Werk von Margrit Linck-Daepp (1987-1983). Hochschulschrift (Datenträger CD-ROM), Bern 2017.