St. Antönien, Museum im Postkeller (MPK-STA)

Museum im Postchäller, St. Antönien
Ortsmuseum St. Antönien-Platz
CH-7246 St. Antönien
Tel. +41 (0)81 332 32 33

Keramik aus dem Museum im Postchäller, St. Antönien in CERAMICA CH

Andreas Heege, 2019

Das Museum wurde 1993 von der Kulturgruppe St. Antönien gegründet. Die Kulturgruppe St. Antönien fördert den kulturellen Bereich in der Talschaft St. Antönien. Sie unterhält das Ortsmuseum und veranstaltet Ausstellungen und andere kulturelle Aktivitäten. In die Museumssammlung, die ehrenamtlich gepflegt wird, wurden fast ausschliesslich Objekte der Alltagskultur übernommen, die von Bauernhöfen des Tales stammen und einen Teil der lokalen Kulturgeschichte spiegeln. Hierzu gehören auch zahlreiche Keramiken. Hervorzuheben sind dabei Geschirrkeramik, Ofenkacheln und Wasserleitungsröhren, die in der Töpferei der Familie Lötscher in St. Antönien-Ascharina zwischen 1804 und 1898 entstanden sind. Die Hafner Lötscher bilden mit vier Generationen und fünf Hafnern die wichtigste Hafner-Dynastie Graubündens im 19. Jahrhundert. Sie ist mittlerweile monograpisch aufgearbeitet (Heege 2019). Die Keramiken der verschiedenen Hafner können zum grossen Teil stilistisch unterschieden werden:

Keramik von Peter (1750-1818) oder Andreas Lötscher (1787-1852)

Keramik von Andreas Lötscher (1787-1852)

Keramik von Christian Lötscher (1821-1880)

Keramik von Peter Lötscher d.J. (1845-1894)

Keramik von Andreas Lötscher d.J. (1857-1933)

Neben Lötscher-Keramik finden sich im Tal in grosser Zahl aber auch Keramiken “Heimberger Art”, die wohl aus den Töpfereien der Region Berneck SG stammen.

Wenige Fayenceimporte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Norditalien oder der Produktion von Kilchberg-Schooren runden das Bild ab.

Nach etwa 1900 gelangen zahlreiche einfach gestaltete Irdenware-Geschirre ins Tal, die eine charakteristische, hellgelbe Glasur tragen. Der genaue Herstellungsort dieser Ware, die stilistisch Keramiken aus der Region des Genfer Sees gleicht, ist zur Zeit unbekannt. Vergleichbare Keramik ist in ganz Graubünden weit verbreitet.

Dank
Die CERAMICA-Stiftung dankt Monika und Jann Flütsch sehr herzlich für die überaus freundliche Unterstützung der Inventarisationsarbeiten.

Bibliographie:

Heege 2019
Andreas Heege, Keramik aus St. Antönien. Die Geschichte der Hafnerei Lötscher und ihrer Produkte (1804-1898) (Archäologie Graubünden – Sonderheft 7), Glarus/Chur 2019.