Museum Nutli Hüschi Klosters (NH-KL)

Museum Nutli Hüschi Klosters
Monbielerstrasse 11
Ch-7250 Klosters-Serneus
Tel. +41 (0)79 440 69 48
info@museum-klosters.ch

Andreas Heege 2019

Keramik aus dem Nutli Hüschi in CERAMICA CH

In die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen fällt die Sammlungstätigkeit von Fritz Schoellhorn (1863–1933), dem Direktor der Haldengut-Brauerei in Winterthur (Zur Person siehe Stichwort «Fritz Schoellhorn» im HLS. Ausserdem: Schoellhorn 1923 und Nekrologe Schoellhorn 1933).

Dieser war kulturhistorisch sehr interessiert und besass schon in den 1890er-Jahren eines der ersten Ferienhäuser in Klosters. Auf diesem Wege kam er mit der Kultur und den materiellen Hinterlassenschaften des Prättigaus in Kontakt. Er erwarb eines der ältesten Wohnhäuser des Ortes, das «Nutli-Hüsli» und bewahrte es vor der Zerstörung, indem er es sorgfältig abtragen und als Heimatmuseum in der Nähe wieder aufbauen liess. In einer 1925 von ihm selbst verfassten Informationsbroschüre zum Haus schrieb er: «…1889 wurde die Eisenbahn Landquart-Klosters und 1890 die Strecke Klosters-Davos dem Verkehr übergeben. Damit begann für das bisher abgelegene Tal eine neue Zeit! Zeugen der alten Zeit zu erhalten, war mein Ziel.»

Keramik der Hafnerei Lötscher aus St. Antönien.

Er stattete das Heimatmuseum zusätzlich mit Mobiliar, Keramik und Gerätschaften aus. Dabei erstaunt es nicht, dass auch Keramik der Hafnerei Lötscher aus St. Antönien, Kilchberg-Schoorener Fayencen, Bernecker Irdenwaren „Heimberger Art“ und vieles mehr in die Sammlung gelangte. Zumindest für einige wenige Stücke kann noch belegt werden, dass Fritz Schoellhorn sie  zwischen 1918 und 1921 beim Churer Antiquitätenhändler Hablützel bzw. beim Antiquar Schwabe in Davos käuflich erwarb. Neun weitere Lötscher-Keramikobjekte gelangten erst 1954 als Schenkung des Sohnes Georg Schoellhorn (1891–1973) in den Besitz des Museums (Schoellhorn 1954). Wir gehen aber wohl nicht fehl in der Annahme, dass sie schon zu Lebzeiten von Fritz Schoellhorn, d. h. vor 1933, erworben wurden (Ich danke Andreas Schoellhorn, Winterthur, für Informationen über seinen Urgrossvater und Grossvater.). Darunter befinden sich eine ganze Reihe wichtiger und singulärer Stücke, wie ein 1841 datierter Wandbrunnen von Andreas Lötscher, eine ungewöhnliche Schenkkanne mit keramischem Klappdeckel sowie mehrere Kaffee- und Teekannen  und einer von zwei bekannten Blumentöpfen. Cordula Hitz-Walser verfasste 1997 einen kurzen Bericht über die Museumssammlung und die weitere Entwicklung des Museums (Hitz-Walser 1997). Heute wird das Museum von der Gemeinde getragen und von einem kleinen Museumsteam liebevoll betreut.

Film zum Nutli Hüschi Klosters

Bibliographie

Hitz-Walser 1997
Cordula  Hitz-Walser, Das alte Bauernhaus und der Stall. Zur Erweiterung des Heimatmuseums Nutli Hüsli in Klosters, in: Mitteilungen der Walser-Vereinigung, 1997.

Nekrologe Schoellhorn  1933
Fritz Schoelhorn (1863-1933) und Lilly Schoellhorn-Sträuli (1868-1933), Winterthur 1933.

Ruprecht 1993
Heinz Ruprecht, Ferdinand Ernst (1819-1857), Johann Georg Schoellhorn (1837-1890), Fritz Schoellhorn (1863-1933). Brauerei Haldengut – vom gewerblichen zum industriellen Brauen (Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 57), Meilen 1993.

Schoellhorn 1923
Fritz Schoellhorn, Bausteine zu einer Familiengeschichte der Schellhorn und Schöllhorn, Einsiedeln 1923.

Schoellhorn 1925
Fritz Schoellhorn, Das Nutli-Hüsli in Klosters (Prätigau) – Ein Heimat-Museum, Einsiedeln 1925.

Schoellhorn 1935
Georg Schoellhorn, Das Nutli-Hüsli in Klosters (Prätigau): ein Heimat-Museum, Zürich 1935.

Schoellhorn 1954
Georg Schoellhorn, Das Nutli-Hüsli in Klosters, in: Bündner Monatsblatt: Zeitschrift für Bündner Geschichte, Landeskunde und Baukultur, 1954, 25-29.