Unterglasur-Pinseldekor

Unterglasur-Pinseldekor in CERAMICA CH

Es handelt sich um eine Dekorvariante, die vor allem bei schweizerischen Irdenwaren unterschieden wird. Unterglasurmalerei mit einem Pinsel, meist auf weisser Grundengobe in den Farben Blau oder Rot, aber auch polychrom, wird in der Deutschschweiz als Unterglasur-Pinseldekor bezeichnet. Meist handelt es sich um eine preiswertere Fayencenachahmung, da auf die deutlich teurere Zinnglasur (dann mit Inglasurmalerei) verzichtet werden konnte. Die eigentliche Glasur über der Dekormalerei ist in der Regel farblos oder schwach grünlich bis gelblich und kann bei archäologischen Funden auch stark verwittert oder fast ganz abgebaut sein.  Unterglasur-Pinseldekor ist in der Schweiz vor allem im 17. und 18. Jahrhundert beliebt, kommt jedoch auch im 19. und 20. Jahrhundert weiterhin vor. Bei Irdenwaren ist eine Unterscheidung von einem sehr dünnflüssigen Malhorndekor nicht immer sicher möglich. Auch ausserhalb der Schweiz sind Unterglasur-Pinseldekore bekannt, z.B. bei der blau-weissen „Arnstädter Fayence“ oder den blau-weissen Keramiken aus Diessen am Ammersee (Bayern).

Technologisch könnten auch die kobaltblauen oder manganvioletten Dekore unter der Salzglasur beim Steinzeug oder beim Porzellan als Unterglasur-Pinseldekor bezeichnet werden, jedoch spricht man hier zur besseren Unterscheidung von den Irdenwaren normalerweise nur von Pinseldekor oder Unterglasurmalerei. Pinseldekor unter der Glasur kann auch in Kombination mit Steingut vorkommen und dort auch zur farblichen Akzentuierung von Umdruckdekoren verwendet werden.

Frz.: décor peint sous glaçure; décor au pinceau sous la glaçure

Engl. underglaze (paint) brush-decoration