Zurich ZH, Tappolet, Bertha (1897–1947)

Roland Blaettler 2019

Keramik von Berta Tappolet in CERAMICA CH

Berta Tappolet (1897–1947), Tochter eines Zürcher Pfarrers, absolvierte eine Lehre als Zeichnerin in einem Stickereiatelier, bevor sie von 1914 bis 1917 zusammen mit ihrer Freundin Luise Strasser (1894–1974) an der Schule für angewandte Kunst in München studierte. Nach ihrer Rückkehr nach Zürich eröffneten die beiden Frauen ein gemeinsames Atelier – zunächst am Neumarkt, später am Jupitersteig – und schlossen sich 1917  L’Œuvre an, der Westschweizer Vereinigung des Werkbunds, die sie aber 1943 wieder verliessen (L’Œuvre 1947).

Neben der Malerei und dem Ausdruckszeichnen illustrierte Bertha Tappolet Bücher und entwarf Dekore für die Textilindustrie, Innenarchitektur oder für die Keramikindustrie.

1937 eröffneten Berta Tappolet, Cornelia Forster (1906–1990), Luise Strasser, Amatha Good sowie das Keramikerpaar Fritz und Helen Haussmann den Laden «Cornelius» an der Oberdorfstrasse in Zürich. Die Boutique wurde zu einem wichtigen Ort für den Vertrieb ihrer Keramiken, die in der Werkstatt des Ehepaars Haussmann in Uster gedreht, dekoriert und gebrannt wurden (L’Œuvre 24, 1937, Abb. S. XVI und S. 357, 360–361, 363).

Auf dem Gebiet der Keramik arbeitete Tappolet also vor allem ab 1936 mit den Haussmanns zusammen (MHL AA.MI.1760; MHL AA.MI.1761, L’Œuvre 23/10, 1936, S. XXIII). Diese Arbeiten sind mit den Initialen «T» oder «BT» und der Marke des Kollektivs «Cornelius» gekennzeichnet. Zu frühen Keramikdekoren von Tappolet und Strasser, insbesondere auf Porzellan, siehe Meyer 1924; Die Frau in der Schweiz. Illustriertes Jahrbuch für Frauen-Bestrebungen, 1934, Heft 6, 58; L’Œuvre 7, 1920, Abb. S. 239. Weitere Beispiele für Keramiken, die von Tappolet und/oder Strasser bemalt wurden, finden sich in L’Œuvre 11, 1924;  L’Œuvre 19, 1932, Abb. S. 11–15; L’Œuvre 22, 1935, Abb. S. 410–411; L’Œuvre 27, 1940, 315; L’Œuvre 29, 1942, 300.

Berta Tappolet schuf 1925–1929 auch eine Linie von Fayence-Dekoren für die Tonwarenfabrik Carl Bodmer & Cie de Zurich en 1925-1929 (Bodmer-Huber et Messerli-Bolliger 1986, 32-33, Taf. 32-37).

Nachruf

Bibliographie:

Bodmer-Huber et Messerli-Bolliger 1986
Ernst Bodmer-Huber et Barbara E. Messerli-Bolliger, Die Tonwarenfabrik Bodmer in Zürich-Wiedikon. Geschichte, Produktion, Firmeninhaber, Entwerfer. Keramik-Freunde der Schweiz, Mitteilungsblatt 101, 3-60.

L’Œuvre 1947
Berta Tappolet [Nécrologie]. L’Œuvre 34, 1947, 122.

Meyer 1924
Peter Meyer, Bemaltes Porzellan von Bertha Tappolet und Louise Strasser. L’Œuvre 11, 188-193.