Andreas Heege, 2026
« Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstand eine neue Ästhetik der dekorativen Künste – und mit ihr eine Erneuerung der Keramikgestaltung; in der Schweiz wurde diese Bewegung vor allem von Frauen geleitet und geprägt. Ihre Vorreiterinnen waren Berta Tappolet (1897–1947), Martha Amata Good (1896–1950) und Luise Meyer-Strasser (1894–1974). Von den 1920er bis in die 1940er Jahre schufen diese drei Frauen einzigartige Dekormotive für die Keramikmanufaktur Bodmer in Zürich und für das Unternehmen von Fritz Haussmann in Uster. » (Messerli 2009, 69).
Amata Good (1896-1950) wurde am 13. Februar 1896 in Münsingen geboren. Sie war die Tochter des in Thun niedergelassenen Nervenarztes Dr. Good (Geschäftsblatt für den obern Teil des Kantons Bern, Band 85, Nummer 106, 12. September 1938). Sie starb am 14. November 1950 in Meilen (Messerli-Bolliger 1988, 20 Anm. 4).
Amata Good erhielt ihre keramische Ausbildung von 1919-1922 bei Jakob Herrmanns an der Keramischen Fachschule Bern, wo sie auch Gertrud Meister-Zingg (1898–1984), Hanny Krebs-Nencki (1903–1986) und Margrit Linck-Daepp (1897–1983) kennenlernte (Messerli 2017, 159). 1923 besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Stuttgart (Bodmer-Huber und Messerli-Bolliger 1986, 33). In der Folgezeit arbeitete sie in verschiedenen Ateliers und Werkstätten.
1925, Dezember, neben Berta Tappolet, Hanny Krebs-Nencky, Luise Meier-Strasser und Margrit Linck-Daepp Beteiligung an der Weihnachts-Ausstellung der Ortsgruppe Bern des Schweizerischen Werkbundes im Kantonalen Gewerbemuseum Bern. Ein Kritiker schrieb dazu: „Die Keramik nimmt denn auch einen von Jahr zu Jahr stärkeren Aufschwung. Neben den Schalen, Vasen und Lampenfüssen von Hermanns selber und seiner Schule, von Margarete Daepp, Amata Good, Wilhelmine Herberger, Robert Schär, Adolf Schweizer und Klara Vogelsang-Eymann sind grössere keramische Arbeiten zu sehen, die ihren künstlerischen Höhepunkt in Oscar Wenkers ‚Figur’ finden.“ (Irmiger 1926).
Zwischen 1926 und 1929: Martha Amata Good entwarf teilweise zusammen mit Berta Tappolet eine Serie von Dekoren für Fayence für die Tonwarenfabrik Carl Bodmer & Cie in Zürich (Bodmer-Huber und Messerli-Bolliger 1986, 32-33, Taf. 32-37), die sie offenbar auch in der dortigen Werkstatt ausführte.

Im Malatelier der Tonwarenfabrik Carl Bodmer & Cie in Zürich, um 1925/26. Links Berta Tappolet, in der Mitte möglicherweise Louise Meyer-Strasser. Da 1926 Martha Amata Good ebenfalls Entwürfe beisteuerte, könnte sie die dritte Malerin rechts sein. (Original StAZH VII-174, Schachtel 75).

Die Entwürfe sind vor allem in den Preislisten der Firma erhalten. Originalkeramiken sind bislang unbekannt (Originale StAZH VII-174, Schachtel 47).

1927 zeigte Amata Good eine kleine Gruppe von Keramiken mit Fayenceglasur bzw. Sgrafittodekor unter ihrem Namen und der Adresse Weltistrasse 6, Zürich auf der „Exposition de céramique Suisse“ in Genf.
1937 eröffneten Martha Amatha Good (1896–1950), Berta Tappolet, Cornelia Forster (1906–1990), Luise Meyer-Strasser (1894–1974), sowie die Keramiker Fritz und Helene Haussmann das Geschäft «Cornelius» an der Oberdorfstrasse 3 in Zürich, das speziell dem Verkauf der von ihnen verzierten Keramiken gewidmet war, die im Atelier des Ehepaars Haussmann in Uster gedreht und gebrannt wurden (L’Œuvre 24, 1937, fig. p. XVI et pp. 357, 360-361, 363).
1938 beteiligte sich Amata Good an einer Ausstellung des Malers Werner Engel aus Thun (Der Bund, Band 89, Nummer 439, 20. September 1938 Ausgabe 02). Als „geschmackvoll und zum teil originell“ wurden ihre Keramiken in der Presse wohlwollend besprochen (Oberländer Tagblatt, Band 62, Nummer 220, 20. September 1938; Der Bund, 20. September 1938).
1940 Zu dieser Zeit arbeitete Amata Good auch für die Firma Hausmann in Uster oder dekorierte dort hergestellte Keramik, die sie mit vollem Namen „Good“ signierte (Messerli 2017, 279).

1944 Ausstellung im Kunsthaus in Zürich (Thurgauer Zeitung, Band 146, Nummer 187, 11. August 1944 Ausgabe 02)
Bibliographie:
Bodmer-Huber und Messerli-Bolliger 1986
Ernst Bodmer-Huber et Barbara E. Messerli-Bolliger, Die Tonwarenfabrik Bodmer in Zürich-Wiedikon. Geschichte, Produktion, Firmeninhaber, Entwerfer. Keramik-Freunde der Schweiz, Mitteilungsblatt 101, 3-60.
Messerli-Bolliger 1988 Barbara E. Messerli-Bolliger, Die Lenzburger Keramikerin Elisabeth Eberhardt 1875-1966. Lenzburger Neujahrsbläter 59, 1988, 20-81.
Irmiger 1926
Max Irmiger, „Die Weihnachtsausstellung der Ortsgruppe Bern S.W.B“, in: Das Werk, 13. Jg., Heft 2, hrsg. vom Bund Schweizer Architekten und dem Schwei-zerischen Werkbund, Zürich: Fretz, 1926, S. XXIII.
Messerli 2009
Christoph Messerli, Von der Souvenir- zur Studiokeramik. Die Berner Keramik im 19. und 20. Jahrhundert. Lizentiatsarbeit, Institut für Kunstgeschichte des Universität Bern (Bern 2009).
Messerli 2017
Christoph Messerli, 100 Jahre Berner Keramik. Von der Tuner Majolika bis zum künstlerischen Werk von Margrit Linck-Daepp (1987-1983). Hochschulschrift (Datenträger CD-ROM), Bern 2017.