Lauterburg, Frieda (1877-1943), Langnau

Frieda Lauterburg (1877- 1943), Keramikmalerin in Langnau.

Andreas Heege in Zusammenarbeit mit Susan Roethlisberger, Langnau, 2020

Frieda Lauterburg, mit vollständigem Namen „Maria Frieda Lauterburg“, wurde am 17. August 1877 in Langnau BE, als Tochter von Karl Alfred Lauterburg (1847-1914) und Maria Sophia Lauterburg  (1855-1923) geboren. Der Vater war Fabrikant in Langnau, konnte gut zeichnen und war auch Hobby-Ornithologe.

Frieda Lauterburg besuchte die Kunstgewerbeschulen in Zürich und St. Gallen, wo sie bis März 1905 vermutlich auch als Keramikmalerin ausgebildet wurde. Zwischen Oktober 1906 und dem 1. Januar 1907 arbeitete sie  im Atelier Valloton in Genf als Keramikmalerin. Ab 1909 belegte sie an zwei Tagen in der Woche auch Ausbildungskurse an der keramischen Fachschule in Bern, wo sie sich seit dem Wintersemester 1910/1911 neben Emil Loder (Steffisburg, später Luzern), Adele Schwander (als Malerin auch bei Bendicht Loder-Walder, Heimberg) und Elisabeth Strasser, als Schülerin der Keramischen Fachschule Bern  nachweisen lässt. Sie blieb bis zum Wintersemester 1911/1912 in Bern und lernte in dieser Zeit auch noch Anna Müller (Ausbildung zur Porzellanmalerin) und Adolf Schweizer (Keramiker, Steffisburg) kennen (Messerli 2017, 228).

Für das Jahr 1909 lassen sich verschiedene Kachelofenarbeiten in Langnau in der Schlossstrasse, u.a. in der Lauterburgvilla, nachweisen. Die Kacheln wurden wohl bei Adolf Gerber in Langnau gebrannt.

Keramik von Frieda Lauterburg im Jahr 1916, in: Franziska Anner, Die kunstgewerbliche Arbeit der Frau in der Schweiz, Chur 1916, Taf. 40.

Vermutlich hat Frieda Lauterburg nicht selbst die Gefässformen gedreht, sondern Keramik bemalt und diese dann in der Werkstatt von Adolf Gerber in Langnau brennen lassen. Da sich viele ihrer Formen jedoch deutlich vom üblichen „Gerberspektrum“ unterscheiden, ist denkbar, dass sie die Formen per Skizze vorgab und dann die lederharten Rohlinge engobierte, ritzte, bemalte und anschliessend signierte, was die oft zu beobachtenden Ausrisse an den Signaturkanten (s.u.) erklären würde. Als Vorlagen für Ihre Dekore verwendet sie auch Entwürfe von Paul Wyss, dem bernischen Keramikfachschullehrer, u.a. Szenen aus dem Kinderumzug anlässlich des Kantonalschützenfestes in Langnau 1906. Leider tragen die Stücke nur ihre Signatur, sodass wir nicht wissen mit wem oder in wessen Auftrag, sie das Service fertigte.

Sie dekorierte immer wieder auch Kachelöfen, oft nach Entwürfen von Paul Wyss, von denen einige bis heute erhalten sind.

Frieda Lauterburgs Werk hat bisher keine systematische Aufarbeitung erfahren.

 

 

Bibliographie: 

Anner 1916
Franziska Anner, Die kunstgewerbliche Arbeit der Frau in der Schweiz, Chur 1916.

Messerli 2017
Christoph Messerli, 100 Jahre Berner Keramik. Von der Tuner Majolika bis zum künstlerischen Werk von Margrit Linck-Daepp (1987-1983). Hochschulschrift (Datenträger CD-ROM), Bern 2017.